Ernährungsberatung / Rohfütterung für Hunde
Auf dieser Seite möchte ich einen kleinen Einblick in die Rohfütterung geben. Es gibt natürlich noch soviel mehr darüber zu sagen aber das würde hier den Rahmen sprengen. Am Anfang erscheint diese Art der Fütterung etwas kompliziert, ist sie aber gar nicht. Sicherlich ist es einfacher eine Futterdose zu öffnen aber nicht gesünder! Die Umgewöhnung dauert eine kurze Zeit aber dann wird alles selbstverständlich und Ihr Hund wird es Ihnen danken! Die Futterrationen können Sie portionsweise einfrieren und täglich entnehmen.
Eine gesunde und artgerechte Ernährung ist für unseren Hund das Wichtigste! Ganz viele Hunde leiden heuzutage an Allergien, z.B. Futtermittelallergien (ausgelöst durch Konservierungsstoffe, künstliche Zusatzstoffe, Farb- und Geschmacksstoffe,..), auch mein Hund leidet an einer Futtermittelallergie und aus diesem Grund kann ich diese Art der Fütterung nur empfehlen. Ich kann somit alleine entscheiden was Sammy für Zutaten bekommt, sein Speiseplan ist sehr abwechslungsreich und immer frisch zubereitet.
Wenn auch Sie Interesse haben Ihren Hund auf die Rohfütterung umzustellen, stelle ich gerne einen ganz individuellen Futterplan für Ihr Tier zusammen.

Warum soll mein Hund Rohfleisch bekommen?
Wie wir alle wissen stammt unser Hund vom Wolf ab, so manches ist davon natürlich nicht mehr zu merken...aber der Verdauungstrakt Wolf/Hund ist in Aufbau und Funktion identisch geblieben. Die Rohfütterung ist das natürlichste Futter für den Hund, Hunde sind von Natur aus Jäger und vor allem Fleischfresser. In der Natur würden sie auch rohes Fleisch von selbst gejagten Tieren fressen und auch mal etwas Erde, Baumrinde, Wurzeln oder Beeren fressen. Die Rohfütterung des Hundes hat viele positive Auswirkungen auf Ihren Vierbeiner, z.B. wird das Immunsystem gestärkt, er wird widerstandsfähiger und stärker, enorme Muskulaturverbesserung, Kräftigung der Bänder, Sehnen und Gelenke, schöneres und glänzenderes Fell, mehr Vitalität, der typische Hundegeruch sowie der Mundgeruch nehmen ab.
Ein ganz wichtiger Faktor spielt aber auch der Zahnstein, dieser kann durch zu weiches Futter überhand nehmen und muss somit regelmäßig entfernt werden. Zahnstein ist ein großes Risiko für den Hund, angefangen bei der Zahnfleischentzündung bis hin zu Späterkrankungen. Durch Nichtbehandlung können die Bakterien aus der Maulhöhle in den Körper streuen, sie schwächen das Immunsystem und können sogar Organe wie Herz, Leber und Niere befallen. Durch die ausgewogene Frischfleischfütterung mit Knochen ist der Zahnstein ein wesentlich geringeres Problem, der Zahnstein wird weniger schnell wieder auftreten.
Auch kranke Hunde profitieren sehr von der Rohfütterung, z.B. bei:
- Futtermittelallergien
- entzündlichen Gelenkerkrankungen
- Herz- und Kreislauferkrankungen
- Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
- Krebs und Tumore
- Epilepsie

Welches Fleisch zur Rohfütterung?
- Rindfleisch: es enthält viel Zink, wenige essentielle Fettsäuren und ist als mager einzustufen
- Geflügel: reich an essentiellen Fettsäuren, leichtverdaulich, kein Suppenhuhn füttern
- Lamm: fettes Fleisch, wenig Proteine (kein Magen und Darm verfüttern, großer Parsitenträger)
- Kaninchen und Hase: enthält viele essentielle Fettsäuren
- Wild: besonders fett- und kalorienreich, leicht verdaulich, enthält viele Vitamine und Mineralstoffe
- Fisch: gesunde Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Jod, Zink und Selen
Achtung! Kein rohes Schweinefleisch (auch kein Wildschwein) verfüttern, es könnte das Aujezky-Virus enthalten, durch die Aufnahme von infiziertem Fleisch, nach einer Inkubationszeit von 2-9 Tagen, endet es tödlich. Auch empfehle ich keine Röhrenknochen, sie können leicht splittern und den Hund verletzen.

Knochenfütterung
Die Knochen stehen ebenfalls mit auf dem Speiseplan des Hundes. Die Knochen müssen grundsätzlich roh verfüttert werden, da es bei gekochten, gebackenen, gegrillten oder gebratenen Knochen zu Splitterungen kommen kann (Verletzungsgefahr). Duch das Erhitzen trocknen die Knochen nämlich aus, sie werden spröde und zersplittern. Außerdem enthalten rohe Knochen viel Kalzium und andere wertvolle Mineralien. Positiv wirken sie sich auch auf das Gebiß aus, da sie während des Kauvorgangs die Zähne reinigen und somit dem Zahnstein vorbeugen. Die Menge spielt natürlich auch hier eine Rolle, ausgewogen sollte die Knochenfütterung sein, nicht zu viel und nicht zu wenig! Bei Hunden, die mit den Analdrüsen durch zu weichen Kot haben, empfiehlt sich die Knochfütterung besonders. Durch zu weichen Kot können sich die Analdrüsen nicht selbstständig entleeren, das bedeutet Schmerzen für den Hund. Mit der Fütterung von rohen Knochen wird der Kot fester und die Analdrüsen entleeren sich automatisch.

Gemüse
Auch Gemüse stellt einen wichtigen Bestandteil in der Rohfütterung dar. In der Natur nimmt der Wolf die Gemüserationen mit dessem Beutetier gefüllten Verdauungstrakt auf. Unsere Hunde können allerdings keine Zellulose spalten, also müssen wir etwas nachhelfen und das Gemüse zerkleinern (am besten mit der Küchenmaschine pürieren). Auch das Gemüse wird roh verfüttert, es liefert viele Vitamine, Mineralien, Kohlenhydrate und Ballaststoffe.
Es eignen sich folgende Gemüsesorten für den Hund:
- Chicoree, Chinakohl, Eichblattsalat, Eisbergsalat, Endiviensalat, Feldsalat, Fenchel, Gurke (mit Schale), Karotten, Sellerie, Kürbis, Mais (püriert), Mangold, Pastinake, Rote Bete, Rukola, Rüben, Spinat, Staudensellerie, Wurzelpetersilie, Zucchini.
Kräuter
Hier ist es so wie mit dem Gemüse, die Kräuter müssen vorher zerkleinert werden bzw. püriert werden. Haben Sie allerdings frische Kräuter im Garten können sie diese natürlich geschnitten übers Futter streuen, so enthält Ihr Hund noch alle wichtigen Inhaltsstoffe.
Es eignen sich folgende Kräuter:
- Basilikum (nicht bei trächtigen Hündinnen verfüttern), Bohnenkraut, Borretsch, Dill, Estragon, Kerbel, Knoblauch, Liebstöckel, Majoran, Minze, Oregano, Petersilie (bei trächtigen Hündinnen meiden), Pimpinelle, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian und Zitronenmelisse.
Auch Wildkräuter kommen für das Verfüttern in Frage, z.B.:
- Bärlauch, Beifuss, Beinwell, Birke, Breitwegerich, Brennessel, Brombeerblätter, Gänseblümchen, Himbeerblätter, Kamille, Löwenzahn, Sauerampfer und Spitzwegerich.

Obst
Genauso wie das Gemüse muss das Obst zerkleinert bzw. püriert werden. Am besten eignet sich Obst, dass schon reif oder gar überreif ist. Es sollte auch hier abwechslungsreich sein, nicht immer die gleiche Obstart wählen. So beugen Sie Mängeln in der Ernährung vor. Natürlich gilt bei den verschiedenen Obstsorten sie ohne Stein zu füttern.
Folgende Obstsorten sind für die Rohfütterung geeignet:
- Ananas, Apfel, Aprikose (nicht bei trächtigen Hündinnnen), Banane, Birne, Brombeere, Erdbeere, Feige, Grapefruit, Hagebutte, Heidelbeere, Himbeere, Honigmelone, Johannisbeere, Kirsche, Kiwi, Mango, Papaya, Pfirsich, Stachelbeere und Wassermelone.
Getreide
Getreide kann, muss aber nicht an den Hund verfüttert werden. Falls Sie sich für die Getreidefütterung entscheiden, verfüttern Sie diese nur in geringen Mengen. Der Verdauungstrakt Ihres Hundes kann das Getreide nur schlecht verwerten, d.h. er scheidet das Getreide in demselben Zustand wieder aus wie es hineingelangt ist. Im Fertigftrockenfutter ist ein hoher Anteil an Getreide, einige Hunde vertragen zuviel Getreide einfach nicht und reagieren mit Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Blähungen. Auch ist das Getreide ein großer Auslöser für Allergien, gerade der Weizen ist dafür bekannt. Das Getreide sollte auf jeden Fall eingeweicht werden, z.B. in Buttermilch oder Brühe.
Folgende Getreidesorten können Sie verfüttern:
- Amaranth, Buchweizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Roggen und Weizen.
- Für Allergiker bitte nur die glutenfreien Getreidearten wie Amaranth, Mais, Buchweizen, Reis und Hirse.
Nicht zu empfehlen ist die Getreidefütterung bei Hunden mit Arthrose, Spondylose oder HD (Hüftgelenksdysplasie). Auch bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (schwerverdaulich), Epilepsie (Nervenreizung) und Krebs (fördert Wachstum der Tumorzellen) und Allergien rate ich davon ab.
Milchprodukte
Es ist nicht zwingend notwendig Milchprodukte zu verfüttern. Mein Hund aber liebt diese Köstlichkeiten und ab und an bekommt er diese auch. Auf keinen Fall verträglich ist die "normale" Kuhmilch, sie führt oft zu Durchfall.
Verträglich sind folgende Milchprodukte:
- Buttermilch, Dickmilch, Frischkäse, Joghurt, Kefir, Hüttenkäse, Ziegenmilch, Quark und Sauermilch.
Öle
Wichtig ist die Zugabe von Ölen und Fetten. Öle enthalten wichtige Fettsäuren (gesättigte und einfach ungesättigte) und Ihr Hund kann diese nicht alleine bilden. Es ist also wichtig für Ihr Tier, sie sollten allerdings nicht nur eine Ölsorte verwenden, es würde zu Mangelerscheinungen führen.
Folgende Ölsorten sind zu empfehlen:
- Dorschöl, Hanföl, Knoblauchöl, Lachsöl, Lebertran, Leinöl, Nachtkerzenöl (vor allem bei Allergien), Olivenöl, Rapsöl, Schwarzkümmelöl (bei Hauterkrankungen) und Walnussöl.